Welche Möglichkeiten der Insulintherapie gibt es?

Basal-unterstützte Orale Therapie (BOT)

 

Dieses gerne als Einstieg in die Insulintherapie genutzte Behandlungsschema besteht üblicherweise aus einer Kombination von langwirksamen Insulinen mit Zuckertabletten bzw. injizierten Zuckermedikamenten (sog. GLP-1-Analoga). Diese Therapie eignet sich vor allem für Patienten, deren  morgendliche Nüchternwerte zu hoch sind. Das abends gespritzte Insulin bewirkt, dass die Blutzuckerwerte über Nacht nicht zu stark ansteigen.

Quelle: Eigene Darstellung, Copyright: Bea Linnebach.

Konventionelle Insulintherapie (CT)

 

Hierbei wird vor dem Frühstück und Abendessen eine feste Dosis eines Mischinsulins (Mischung von kurz- und langwirksamem Insulin) gespritzt, meist wird die Insulintherapie mit der Einnahme oraler Antidiabetika kombiniert. Durch diese relativ unflexible Therapie ist das Einhalten eines Ernährungsplans mit 5-6 konstanten Kohlenhydratportionen täglich erforderlich, um Unterzuckerungen und erhöhte Werte nach den Mahlzeiten zu vermeiden. Dieses Regime eignet sich daher besonders für Menschen mit geregeltem Tagesablauf und konstanten Ernährungsgewohnheiten, denen ständige Selbstkontrollen ihres Blutzuckers und Anpassungen ihrer Insulindosen zu aufwendig sind.

Quelle: Eigene Darstellung, Copyright: Bea Linnebach.

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) oder auch Basis-Bolus-Therapie

 

Menschen mit Diabetes, deren Insulinproduktion immer mehr zur Neige geht, erreichen mit den genannten einfachen Behandlungsschemata meist keine gute Blutzuckereinstellung. Für sie ist eine sogenannte intensivierte Insulintherapie empfehlenswert.

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine ICT durchzuführen, doch leiten sich alle Varianten von einem Grundschema ab: die natürliche Insulinausschüttung der gesunden Bauchspeicheldrüse soll so gut wie möglich nachgeahmt werden.

 

Im Normalfall schüttet die Bauchspeicheldrüse zweifach Insulin aus:

  1. Die Bauchspeicheldrüse gibt rund um die Uhr kontinuierlich kleinste Mengen Insulin ab, um den Grundinsulinbedarf des Körpers auch außerhalb der Nahrungsaufnahme abzudecken. Bei der ICT-Therapie wird diese Aufgabe von einem langwirksamen Verzögerungsinsulin übernommen, das ein- oder zweimal pro Tag in einer festen Dosierung injiziert wird.
  2. Beim Essen gibt die Bauchspeicheldrüse zusätzlich stoßartig („pulsatil“) größere Mengen an Insulin ab, um den durch die Nahrungskohlenhydrate ausgelösten Blutzuckeranstieg zu regulieren. Bei der ICT-Therapie wird diese „Bolusgabe“ durch kurz wirkendes Insulin abgedeckt, welches zum Essen injiziert wird. Die Dosierung kann hier pro Mahlzeit fest vorgegeben sein oder sie wird für jede einzelne Kohlenhydrateinheit berechnet. Berücksichtigt wird dabei auch der vor den Hauptmahlzeiten bestimmte Blutzucker.

Geeignet ist diese recht aufwendige Therapie für Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die kaum noch eigenes Insulin produzieren und sich zugleich mehr Flexibilität bzgl. ihrer Lebensführung wünschen, als das bei der konventionellen Insulintherapie möglich ist. Die ICT erfordert die Bereitschaft, sich intensiv mit seinem Diabetes zu befassen und die Blutzuckereinstellung selbstständig zu managen: Täglich sind im Durchschnitt 4 Insulininjektionen sowie 4-6 Blutzuckerkontrollen erforderlich. Medizinisch betrachtet ist es die beste Behandlungsform, Blutzuckerschwankungen im Tagesverlauf, verursacht z.B. durch Ernährung oder wechselnde körperliche Aktivität, auszugleichen.

Quelle: Eigene Darstellung, Copyright: Bea Linnebach.

 

Auf die Funktionsweise der Insulinpumpentherapie gehen wir gesondert in der nächsten Frage ein.

 

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